Zwischen den Fronten

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Bin ich jetzt Scheidungskind?

Bin ich jetzt in einer Schublade?
Zeigt man jetzt mit dem Finger auf mich?

 

Wenn sich die Eltern trennen, dann fühlt es sich für jedes Kind unterschiedlich an. Und jede Trennung kann man nicht mit einer anderen vergleichen, klar.

Doch oft erlebe ich diesen Blick, wenn man offenbart, dass die Eltern sich getrennt haben. Diesen Mitleidsblick.

Und obwohl jeder Mensch seine eigenen persönlichen Gedanken dazu hat und es vielleicht für den ein oder anderen total belanglos ist, so plagen sich dennoch viele Kinder mit schlechter Energie.

Bin ich schuld an der Trennung meiner Eltern? Hätte ich es verhindern können?

Und was lief eigentlich schief?

Nun ja, diese Fragen kann ich jetzt nicht beantworten, aber wie so oft bin ich der Meinung, was auch der Grund für diesen Text ist, dass man sich trauen sollte darüber zu reden. Ich bin ein Freund von Kommunikation. Denn ich finde, dass sie vieles klären kann und besonders auch hilfreich ist.

Eine Scheidung und Trennung der Eltern ist eine Angelegenheit zwischen den zwei Erwachsenen. Trotzdem empfinde ich es für wichtig mit dem Kind oder den Kindern darüber klar und deutlich zu reden. So können sich viele Fragezeichen in den Köpfen der Kinder, aber auch der Eltern, in Luft auflösen. Zudem führt die Kommunikation zu Offenheit und Vertrautheit. Jeder darf gehört werden!
Und auch kann es doch gut tun, wenn man sich darüber mit Freunden austauscht. Vielleicht haben sie ähnliche Erfahrungen machen können und so hilft man sich gegenseitig, weil man einander zuhört. Egal, was passiert oder passieren wird. Man wird nicht allein dastehen!
Menschen kommen und gehen, Menschen kommen zueinander und gehen wieder getrennte Wege. Das ist doch eigentlich nichts Neues, so ist es doch auch nichts Endgültiges, wenn sich die Eltern trennen. Im Endeffekt geht es um das Wohlbefinden innerhalb der Familie und zwischen den einzelnen Parteien. Wenn es keine Stabilität oder Freude gibt, so sollte man doch in der Lage sein sich darüber auszutauschen und eine Lösung zu finden. Ob es dann eine Trennung ist oder nicht, sei erstmal dahingestellt.

Ich glaube, als Kind ist es nicht immer leicht plötzlich zwischen zwei Fronten zu stehen. Und auch hier kann ich nur raten sich darüber zu unterhalten mit wem auch immer. Aber es kann Wunder bewirken und man wird merken, dass man nicht allein ist.

Für die Kinder kann ich mit auf dem Weg geben; macht das Beste draus. Es wird niemanden geholfen, wenn man plötzlich eine Mauer für Gefühle und Gedanken aufbaut. Genauso wenig ist es sinnvoll über zu reagieren oder plötzlich Partei zu ergreifen ohne triftigen Grund. Menschen zu verletzen, weil man bockt oder es einem einfach nicht in den Kragen passt, ist auf Dauer kein Lösungsansatz.

Sich Zeit geben, ist in meinen Augen wichtig. Auch reflektierend zu betrachten, was geschah und wie es in Zukunft aussehen wird- vielleicht ist alles halb so schlimm.  Wenn man das gemacht hat, kommt man mit seinem Gemüt wieder zurück ins Hier und Jetzt…

Fakt ist, dass die Eltern trotzdem Eltern und die Kinder eben Kinder bleiben. Jeder lebt im Endeffekt sein eigenes Leben. Und wenn man sich den positiven Aspekten bewusst ist, schmettert eine Trennung der Eltern einen nicht nieder.

Ich möchte damit eine Scheidung nicht verherrlichen oder ‚weniger schlimm’ machen. Aber vielleicht ist es doch manchmal besser eine rosarote Brille aufzusetzen, um den Ernst verfliegen zu lassen und die Schönheit des Lebens zu genießen.

 

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