Der Kampf für das ‚Selbst‘

Manchmal blicke ich in den Spiegel und frage mich, wer ich bin.
Bin ich gut? Bin ich ein denkendes Wesen? Bin ich okay?

Diese Fragen, dieses Denken haben keine Grenzen. Es ist offen und nicht abschließbar. Ich schaue mir dann tief in die Augen, als könnten sie mir die Antworten verraten. Tun sie nicht, haben sie nie getan und werden sie wahrscheinlich auch nicht in Zukunft. So gehe ich weg von meinem Abbild und suche die Antworten in meiner nahen und fernen Umgebung.

Doch was ist denn eigentlich ‚gut’? Und wann ist man okay?

Sind dies nicht zwei Wörter, welche für jeden Einzelnen individuell definierbar sind?

Manche finden es gut, wenn man nach Vernunft handelt. Andere sind Moralapostel, Optimisten oder sonst irgendeine vom Menschen erdachte Schublade. Das spielt auch gar keine Rolle, denn am Ende empfindet jeder unterschiedlich. Es ist so individuell, dass es mein Denken verwirrt und ich den roten Faden vor lauter roter Fäden nicht sehen kann.

Welcher dieser roten Fäden ist denn jetzt für mein Individuum gut und okay?

In meiner Therapie, also in den Einzelgesprächen begriff ich letztens, dass ich mich zulassen darf. Das klingt total banal- macht doch jeder. Außerdem erhellte sich meine Gehirnglühbirne und flüsterte mir zu, dass ich doch mal auf mich hören sollte und das tun darf, soll und kann, was ich möchte. Doch ich stoß damit recht schnell auf Unverständnis und Einspruch. Ich bekam also mit, dass es nicht immer leicht ist sich das ‚Selbst’ bewusst zu machen und danach zu handeln. Ich hatte das Gefühl damit meinen Ego plötzlich aus einer verstaubten Kiste zu holen.
Ist ein bisschen Ego notwendig, um auf das ‚Selbst’ zu hören und nicht den Drang zu haben, sich anpassen zu müssen?
Oder liegt es wirklich nur an der mangelnden Selbstakzeptanz, die mich überhaupt erst dazu brachte meinem Spiegelbild Fragen zu Stellen und viele rote Fäden zu sehen.

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Amsterdam, 2016

Ich möchte meinen Ego wieder in die Kiste packen und gleichzeitig mein Individuum herauskitzeln und fördern. Mir ist noch nicht ganz diesbezüglich ein Licht im Gehirn aufgegangen, wie ich das schaffen kann. Vielleicht habe ich auch nur zu viel Angst vor dem Ego, weil ich ihn immer als etwas Negatives ansah. Doch womöglich kann er mir tatsächlich ein bisschen helfen.

Nichtsdestotrotz bleibt das Unverständnis und der Einspruch, wenn ich nach meinem Kopf handle. Damit umzugehen ist für mich keine einfache Sache, weil ich Angst habe.

So kristallisiert sich schon heraus, dass die Angst mich hemmt und die Fragen unbeantwortet lässt.

Ich bin bereit für einen Kampf -gegen die roten Fäden, gegen die nichtssagenden Spiegelbilder und gegen die Angst.

Macht jemand mit?

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