Ein neuer Teil meiner PTBS Serie in anderer Form.
Ich habe das tiefe Bedürfnis über das Geschehen und vor allem über die Person zu schreiben, um die es primär geht.
Er, dunkles und dickes Haar, groß und muskulös. Er, aus einem fernen Land und doch ganz heimisch in Deutschland.

Ich lernte ihn nur so nebenbei kennen und ich hatte keinen Nerv für ihn übrig, bis er mich doch öfter sah, als gedacht. Zusammen jedoch unternahmen wir erst Monate später etwas. Er litt, doch hatte diese Kunst der Überzeugung und Freude in sich, die er oft gegen Wut eintauschte.
Er wusste genau, wie man Menschen beeindruckt. So beeindruckte er auch mich.

Seine Worte auf Papier, seine Schreie am Telefon, seine Augen, die leuchteten vor Liebe und Hass…

Dass er mir weh tat, hätte niemand vorhersehen können. Und er wusste nicht, dass es dies in mir auslöste. Aber er wusste, dass seine Handlungen schmerzen, noch mehr aber verwundeten seine Worte meine Haut.

Er wollte in mich eindringen. Er wollte die Kontrolle über mich haben. Er wollte Alles, aber nicht mich, sowie auch ich ihn nicht wollte, was alles nur schlimmer machte.
Die Gedanken an diesen Mann sind verwirrend und haben keine gerade Linie. Es geht auf und ab. Ich kann nicht sagen, dass ich ihn hasse. Doch mögen werde ich ihn auch nicht. Es ist auch kein Gefühl, welches dazwischen liegt. Ich denke gern an ihn zurück. Manchmal haben wir miteinander telefoniert, bis wir einschliefen. So versicherte er mir, dass er sich nicht wieder etwas antun wird. Er kochte für mich, damit ich etwas mehr esse und er schmierte mir Salbe auf meine eigenen Wunden. Wie paradox, denn später war er der Grund für Wunden in mir.

Er. Er war vollkommen überzeugt von sich selbst, wenn die Sonne am Himmel zu sehen war. Stolz und mit aufrechtem Gang lief er durch die Straßen. Ich kann mich daran erinnern, dass er versuchte mir beizubringen abzuschalten, indem er in Situationen öfter sagte: „Do not care, Anny.“ Er konnte meinen wahren Namen nie richtig aussprechen, seinen Namen nahm ich in den Mund, wenn ich selbst wütend war.

Ich habe Gefühle in mir, weder Gute noch Schlechte.

 

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Scan 15
madebyerikschulte

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