Ich war überfordert

Ich habe meine Posttraumtische Belastungsstörung hier präsentiert, Texte darüber geschrieben und tolles Feedback bekommen. So weit, so gut.

 

Aber ich möchte nun im Wesentlichen etwas konkreter werden, weil das Thema, nicht nur PTBS, sondern Sexismus, Gewalt und Erniedrigung weit mehr Menschen betrifft, als wir womöglich alle denken.

Bei dem Thema Sexismus, so scheint es mir, vertreten viele Menschen unterschiedliche Meinungen. Und so unterschiedlich, wie wir alle sind, desto mehr muss man doch eigentlich auch differenzieren: Jeder nimmt Situationen anders wahr. Und weil wir so viele Menschen sind, ist es doch gerade wichtig mal laut zu werden und darüber zu reden, wenn man kann. Hierbei ist Bildung meiner Meinung nach ein wichtiger Punkt. Bildung, das Streben nach Wissen und auch die Erziehung können vorbeugende Wirkungen haben. Was bringt euch eine TV- Serie, wo Klischees und Rollenbilder unterstrichen werden oder alles ein reinstes Netz aus Lügen, Schauspielerei und Verblödung ist. Ja, vielleicht fühlt man sich dann besser, aber das Gefühl bekommt man auch, wenn man sich mal der Realität stellt, die Augen aufmacht und liest/hört, was in der großen weiten Welt so abläuft- dann bist du ein Teil davon.

Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass das Thema uns alle betrifft und es muss mit der Entwicklung weitergehen.

 

Es kann doch nicht sein, dass es für „normal“ gehalten wird einen Menschen einfach anzufassen, ihn wie ein Objekt zu behandeln oder sich die Erlaubnis der Macht über einen Menschen zu nehmen. Respektiert euch und seid nett zueinander.

„Jeder nimmt Situationen anders wahr“ schrieb ich; Wenn ich tanze, dann möchte ich nicht, dass mir ein fremder Mann zwischen meine Beine greift. Wenn ich an der Haltestelle warte, möchte ich mich nicht unwohl fühlen, weil sich um mich herum Männer aufstellen und mir zuzwinkern und anpfeifen. Für andere ist das vielleicht in Ordnung, aber das ist kein tolerierbares Verhalten. Damit möchte ich auch nicht alle Männer in eine Schublade stecken. Dass was ich schreibe gilt für alle Menschen, unabhängig vom Geschlecht und der Sexualität. Es geht mir einfach nur um das Prinzip.

 

Erst gestern stand ich wieder auf einer Bühne, habe einen Text über sexuellen Missbrauch präsentiert und von meiner Position aus, sah ich die trüben und leeren Gesichter. Jeder hatte etwas im Kopf und niemand sprach darüber. Ich stelle mich dorthin, rede darüber, wie jemand versucht hat mich zum Sexualverkehr zu zwingen- nicht nur einmal. Wenn ich dann diese Bühne verlasse, weiß ich etwas Richtiges getan zu haben und es fiel mir ein Stein vom Herzen- ich musste grinsen. Ich habe weitere Menschen zum nachdenken angeregt, vielleicht auch zum reden und ich wurde laut, denn vor mir stand ein Mikrofon. Ein Mikrofon in welches viel mehr gesprochen werden sollte. Wenn man es nicht an andere weitergibt, dann wird sich auch nichts ändern.

Sexuelle Belästigungen und Übergriffe sind ernst zu nehmen. Sie richten so viele Schäden an, die nicht über Nacht wieder vergessen werden. Noch nach mehreren Jahren leiden Menschen darunter und dabei möchte ich zusätzlich auch Mut machen: wenn du betroffen bist oder jemanden kennst, dann geh ruhig den Weg und suche dir professionelle Hilfe. Dort wird zugehört, geholfen und man kann reden ohne Vorwürfen und Verurteilungen.

Hinzu kommt: helft euch und schaut nicht stumm zu. In solchen Situationen der Belästigung wird man schnell zum wehrlosen Opfer. Man ist schnell wie gelähmt und vollkommen überfordert. Fasst euch ein Herz und helft, wenn ihr etwas mitbekommt.

Es ist okay sich zu bekennen, Gefühle zu zeigen, Fragen zu stellen und Unsicherheiten zu äußern.

Was soll ich nun noch sagen. Vielleicht einfach mal DANKE.

Ich könnte noch weitere Sätze schreiben, noch weiter meinen roten Faden verlieren, aber das genügt erstmal. Ich hoffe, dass es verständlich ist- wenn nicht, dann fragt einfach nach.

2 Antworten auf „Ich war überfordert

  1. Finde ich gut, auch weil, nicht ständig von Frauen als Opfer …. Dabei kann und das sollte auch bei diesem Thema selbstverständlich sein, eben geschlechtsneutral darüber geschrieben werden. Wer sich über Sexismus aufregt und dann selbst einseitig Frauen als Opfer und Männer als Täter darstellt, ist für mich unglaubwürdig, denn er ist Propagandist. Klar gibt es Statistiken und vermutlich sind Frauen häufiger betroffen aber kann man dieses Thema an der Quantität fest machen oder ist nicht jedes Opfer egal was es ist, gleich viel wert?

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