raccrocher au nez

Heute brach ich mein Versprechen. Ich nahm mein Telefon. Meine Stimme wurde tiefer, dann höher und plötzlich färbte sie sich zu einer Staubwolke. Meine Metapher, die Staubwolke, benutze ich, um zu verdeutlichen, wie wichtig mir ein Ende der Diskussion, welche seit 20 Jahren andauert, ist. Die Staubwolke löste eine Welle aus, zusammengebastelt aus Tränen, die ein ganzes aufgebautes Illusionsdorf überfluten und überschwemmen, bis nichts mehr zu erkennen ist vom einst malerischen Ort.
Heute brach ich mein Versprechen und ließ mich an den Grund des entstandenen Sees sickern, wo die Seelen ihre Ruhe finden und wie zarte Pollen umherfliegen.

Meine Worte, bedauernd und verletzt. Meine Worte, hoffnungslos und aufgeregt. Jedes einzelne Phon prallte ab, stieß sich ab und schlug mich mit doppelter Kraft zurück. Egal, was ich sagte, egal was ich tat. Die Mauer war stärker und behielt die Illusionen getränkt im See.

Heute brach ich mein Versprechen und ließ mich beeindrucken und angreifen.

Zurück will ich nicht gehen, gar schwimmen. Doch dieses Telefon und seine gekränkte Stimme raubt mir jeglichen guten Willen.

Und wenn ich am Ende mit einer entstandenen Staubwolke hinfort wehe, dann nur, wenn ich mein Versprechen in die Tat umsetzte und ich auf meiner Polle Richtung Zukunft fliege.

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Ich hasse es. Ich hasse es mich mit alten Kamellen zu beschäftigen. Ich hasse es mich mit Fehlern von anderen herumzuschlagen, wofür ich schuldig gesprochen werde und alle Lasten auf meinen Schultern niedergelassen werden. Ich hasse es immer für alles geradestehen zu müssen und stets eine konstruktive Antwort liefern zu müssen. Ich hasse es Mama spielen zu müssen, als Rolle des Kindes. Ich hasse es zwischen Paradoxen und fehlender Vernunft noch den guten Willen suchen zu müssen, um mir einzureden, dass doch nicht alles so schlecht ist. Ich hasse es immer erreichbar sein zu müssen und Auskunft geben zu müssen an die, die nichts über mich wissen kann. Ich hasse es Spielball und dann doch die erste Wahl zu sein, obwohl ich ganz unten auf der Rangliste stehe. Ich hasse es mich rechtfertigen zu müssen und auf einen Sturkopf mit Unwissenheit zu treffen. Ich hasse es so sehr, dass ich es trotzdem immer wieder zu lasse und am Ende doch liebe. Bin letztendlich selbst kein Stück besser.

 

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