Glaskrümel und Depressionen

Das Wasser kommt näher, näher und die Flut bedeckt jeden Sandkorn am Strand. Neue Steine werden angespült und alte Steine werden von der Flut wieder in die Tiefe mitgerissen, wo so viel Unentdecktes auf uns wartet.

Wie das Wasser, die Flut und die Ebbe, der Wellengang und jegliche Sandkörner, so spielt auch das Leben.
Es verläuft selten monoton, manchmal ist viel los und die Anglerboote haben Angst von der dunklen Masse überschwemmt zu werden. Am nächsten Tag kann alles wieder ruhiger aussehen. Dann schläft das Meer und seine Bewohner sind friedlich, der Strand bleibt trocken und es werden die alten Steine aus dem Weg geräumt.
Irgendwann kommen neue Steine, neue Hürden stellen sich in den Weg des Lebens.

Jene Steine müssen wieder bearbeitet, betrachtet und begutachtet werden.

Jene Steine sind es wert, denn sie machen alles bunt, warm und weich. Sie geben einen Lebenssinn und schönen Grund, zum Ankommen und Bleiben.

Jene Steine in meinem Leben versuche ich sorgfältig unter die Lupe zu nehmen. Woher kommst du her, kleiner Glaskrümel? Wo willst du hin und wer soll mit dir gehen?

Mir geht es gut.

Mir geht es gut, weil ich weiß, dass es besser laufen kann als zuvor. Ich habe meine Phasen, die ich einer Depression widme. Es sind wie die Phasen, die den Titel Magersucht tragen. Die kommen und gehen, wie das Meer am Strand. Das Ding ist, dass ich mich damit arrangieren kann. Ich kann wunderbar schauspielern, wenn es darauf ankommt und mich in meinem Kopf zurückziehen, um meine Phase dort auszuleben. Das ist ok, aber das wird nicht so bleiben. Denn es sollte auch in der Gesellschaft akzeptiert werden, wenn man depressiv ist. Schaut euch doch einmal um! Allein 4 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Depressionen und meiner Meinung nach wird das absolut nicht besser, wenn man schweigt und es als ein Tabuthema handhabt. Es ist ok, es ist eine Krankheit mit Aussicht auf Heilung. Man darf und kann dazu stehen und vor allem darf und sollte man sich professionelle Hilfe suchen! Warum ein Tabuthema daraus machen? Wir wissen doch alle, dass es keine heile Welt mehr gibt. Aber es liegt jetzt in unseren Händen wenigstens kleine Schritte zu machen, auch wenn dies erstmal bedeutet jene kleinen Steine aus dem Weg zu räumen.
Mir geht es gut, weil ich versuche meine Gedanken, auch wenn sie traurig machen oder unschön sind, an andere weiterzugeben. Mir ist bewusst, dass das nicht jeden interessiert, aber irgendwann muss mal etwas getan werden und ich glaube, dass erstmal zwischen uns Menschen eine Kommunikation stattfinden muss.

Mir geht es gut, obwohl ich an einer Essstörung erkrankte, depressive Phasen habe und sexuell Missbraucht wurde. Mir geht es gut, weil ich trotzdem die Steine mit ihrer Schönheit betrachten kann, um sie danach dem Meer wiederzugeben.
Mir geht es gut, weil ich an mir arbeite und weiß, dass ich etwas verändern kann und das kann Jeder! Es ist niemals zu spät.

*just my opinion

Du bist anderer Meinung? Tell me more!

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2 Antworten auf „Glaskrümel und Depressionen

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