In meinem Kopf gibt es eine These. In Kurzform lautet sie Depression vs. Liebe, sprich: man kann mit der Krankheit Depression nicht vollkommen Liebe in sich tragen.

Das Ding bei der Depression ist unter anderem der Mangel an Gefühlen, was man auch als Leere beschreiben kann. Wenn es dann also ‚leer‘ in einem ist, wo soll dann die Liebe sein? Jedoch gibt es ein Argument dagegen, denn ich glaube nicht, dass die Liebe ’nur‘ ein Gefühl ist, was sie dementsprechend unabhängig von der Depression macht. Liebe ist für mich eher ein Gedanke, eine Größe, eine Vorstellung und eine innere Einstellung sich selbst, anderen und der Welt gegenüber. Liebt man sich selbst, dann liebt man alle. Das Eine bedingt das Andere.
Da gibt es aber noch mehr Argumente, die für diese These sprechen.
Es ist der fehlende Antrieb, der Drang nach Alleinsein, das Grübeln und die Unsicherheiten und Zweifel. Man stelle sich das kurz bildlich vor.

Gut, da haben wir nun ein Bild vor Augen.
Liebe ist in meinem Verständnis ein Geben&Nehmen, ein Teilen&Heilen, ein Vor&Zurück, ein Erleben&Erkennen, ein Auf&Ab, Verantwortungsbewusstsein, Vertrautheit und ein zusammen weniger Alleinsein. Depression macht diese Vorstellung und geistige Idee von mir kaputt.
Gegenargument: Liebe ist zu stark. Ihre Größe und Gewalt kann sicher einiges an Rissen und Kratzern ab, sodass sie geprägt wird und man daran wachsen statt schrumpfen wird.

Wenn ich mich so anschaue, glaube ich nicht, dass ich gerade fähig bin lieben zu können, außer Jenes, was ich zuvor schon liebte. Das wiederum widerspricht sich aber auch, denn ich liebe mich selbst nicht. Ich mag mich nicht einmal.
Aber ich glaube meinen ersten Hund geliebt zu haben, ich liebe frische Wäsche, Berge und ein Album von City&Colour. Ich könnte noch weitaus mehr aufzählen, aber darum soll es jetzt nicht gehen.

Diese monotone Baseline einer depressiven Phase schwächt alles ab, da gibt es selten ein Hoch, und wenn doch, dann wird es ganz schnell wieder zurück zur Baseline geholt, sodass es nicht lang andauert. Kann man sich gut mithilfe eines Koordinatensystems vorstellen.
Keine Freude, aber irgendwie auch kein richtiges Leid. Wo soll denn da Platz für geistige Größe sein?

Weitere Argumente wären, dass wir vielleicht die Liebe nicht immer in uns tragen, weil sie uns erst von Außen in Form von Mutterliebe gegen wurde. Ich kann mir gut vorstellen, dass man in depressiven Phasen dieses ‚ von Außen‘ Gegebene, die Liebe in jeglicher Form, abblockt.

In meinem Kopf sind schwere Gedanken.

Depression, my old friend. Kann ich mit dir Liebe empfinden?

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