Selbstwertgefühl und emotionale (In-)Stabilität

 

Was mit unserem Selbstwert passiert, wenn es zu Nichte gemacht wird?
Es ist weg. Einfach weg!
Wie verhält man sich und was denkt man dann? Was ist dann anders, wenn man erwachsen wird?

„Ich kann das nicht.“

„Es ist meine Schuld.“

„Ich habe es nicht verdient.“

Es sind Gedanken, die im Kopf installiert sind. Man kann es sich wie eine App vorstellen. In dieser App gibt es ein kleines Ich, welches durch den Feind immer als minderwertiges Wesen behandelt wurde- durch Worte und auch Taten.
Dieses kleine Ich ist verletzt und krank, dieses kleine Ich im Kopf ist ein hilfloses Kind und weiß nicht, dass es auch anders leben kann. Es gibt keine andere Option, keine Einstellungen oder Veränderungen.
Dadurch sinkt das Selbstwertgefühl und diese Anti-Ich Gedanken werden zur Normalität.

Weil der Kopf sich daran gewöhnt, denkt er so weiter machen zu müssen. Es werden sich ‚Freunde’, ganz ohne nachzudenken, ausgesucht, die einem selbst schaden und wie der Feind im Kopf das Selbstwertgefühl nur noch mehr schaden. Diese Verhaltens- und Denkensmuster können sich bis zur Selbstverletzung oder Suizidplänen erweitern.
Was braucht es nun?

Ein Update, neu installieren.

Doch diese App ist vorinstalliert und somit muss man lernen, wie man damit besser umgeht und lernen, wie es anders gehen kann. Vielleicht gibt es einfach eine bessere App? Eine App, die ein großes Ich beinhaltet, welches das kleine Ich vor dem Feind beschützt und es als Kind leben und lieben lässt.

Man muss sich dessen bewusstwerden, dass all Gegen-Sich-Gerichtete- Negativität nicht gut ist und emotionale Instabilität hervorruft.

Was ist das Gegenteil von Suizidplänen?

Lebenspläne!

Scheiß auf To-Do Listen! Mache dir einen Lebensplan und sammel neue Motivation, es wird sich lohnen.

Es wird nie nur die Schuld oder der schlechte Verdienst vom kleinen Ich sein, da spielt noch mehr eine Rolle. Ein achtsamer Umgang mit sich selbst kann helfen, um den Selbstwert zu pushen, auch wenn dies viel viel Zeit benötigt. Doch da gibt es noch weit mehr Möglichkeiten, als ‚nur’ einen Lebensplan zu kreieren, was zur emotionalen Stabilität führen kann.

Was ist emotional instabil?

  • anhand einer Situation alle folgenden und hypothetischen Situationen verallgemeinern, z.B.: „Sie hat keine Zeit.“  -> „Nie hat jemand Zeit für mich. Ich bin allein.“
  • Selbstverletzung
  • Frustessen
  • Anti-Ich- Gedanken
  • Hoffnungslosigkeit, „Das wird doch eh nichts.“/ „Ich gebe auf, es ist sinnlos.“
  • zurückziehen, Isolation
  • Selbstzweifel „Ich bin falsch.“, „Ich würde gerne anders sein.“ ànicht wissen, wer man ist
  • Schuldzuweisungen, „Ich bin immer schuld daran!“
  • Angst, Panik
  • impulsiv sein

Ich möchte hier aber hinzufügen, dass dies alles Gedanken und Verhaltensmuster sind, keine Gefühle oder Bedürfnisse.

Gefühle sind da und das ist okay. Bedürfnisse sind menschlich.

Man darf sich wütend, traurig, fröhlich und entspannt fühlen.
Man darf das Bedürfnis nach Gerechtigkeit und Zugehörigkeit haben.

Das ist ok.

Was ist nun emotional stabil?

  • achtsamer Umgang mit sich selbst
  • Selbstfürsorge
  • ‚Lebenspläne’
  • Fähigkeit Konflikte zu lösen
  • Skills anwenden
  • nachdenken -> abwägen -> handeln
  • sich selbst akzeptieren
  • Empathie, Dankbarkeit geben und nehmen
  • Hilfe annehmen können
  • „Teilen kann heilen“
  • „Die Welt ist nicht nur schwarz oder weiß.“
  • Bedürfnisse äußern
  • (…)

Mir fällt nach einiger Zeit sicherlich noch mehr ein.

Das ist alles auch nur aus Erfahrungen und Therapiesitzungen zusammengesammelt, please dont judge me.
Ich lerne selbst noch und ich möchte hiermit sagen, dass sich alle Leser gedrückt fühlen sollen von mir.
Es ist nicht einfach sein Selbstwertgefühl zu entwickeln und sich wohler und sicherer zu fühlen, aber es möglich!

Niemand hat Leid verdient.

Ich möchte zudem noch niederschreiben, dass es sich lohnt sich am Tag oft selbst zu fragen, was gerade das eigene Bedürfnis ist. Es ist am Anfang schwer zu benennen, aber Übung macht den Meister!

Außerdem kann man auch mal die kleinen Dinge schätzen! Es müssen nicht immer Mega- Erfolge gefeiert werden, nein, es kann auch einfach etwas Kleines sein, was dann plötzlich wichtig und groß wird.
Ein Haar, welches die Nase kitzelt. Eine warme Hand auf dem Rücken. Eine Geschmacksexplosion wegen einer Erdbeere. Ein Blick. Ein Lachen von einem Lieblingsmenschen. Ein Schluck Kaffee, wenn man nach Hause kommt. Wenn der Shuffle-Modus dein Lieblingslied abspielt. Ein Bett voller Konfetti (ja, ich habe Konfetti im Bett).

Ich drücke Dir die Daumen.

20180219_121948
Portbou, Spanien

Eine Antwort auf „Selbstwertgefühl und emotionale (In-)Stabilität

  1. Vielen Dank für diese Gegenüberstellung von stabil und instabil. Hegel hat das mal auf den Punkt gebracht: „Selbstbewusstsein ist anerkanntes Bewusstsein.“ Lebensplan ist ein schönes Wort. Die Kapitänin mag den Wind nicht beeinflussen können, kann aber die Segel nach dem Ziel ausrichten.

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