#8 PTBS Berührungen und die Schuldfrage.

Wann ist es okay und wann ist es nicht okay?
Mich beschäftigt im Zusammenhang mit der PTBS und auch Geschehnissen in der Welt, das Thema Berührungen.

  1. Darf man jemanden immer und zu jeder Zeit berühren?

Meine persönliche Antwort wäre ganz klar „Nein“!  Aber ich weiß, dass so manche Menschen auf Sonderfälle aufmerksam machen würden.

  1. Darf ich meinen Partner*in immer und zu jeder Zeit berühren?

Auch da würde ich es verneinen, wobei aber eine Idee/ Vorstellung weit verbrietet ist: Der Partner, Freund oder was auch immer, gehört mir- ich darf ihn berühren und anfassen, weil er ja mein Partner, … ist und ‚sich das so gehört’. Ja, es gibt Menschen, die erheben Anspruch auf andere Menschen.

Wird der Mensch in zwischenmenschlichen Beziehung zum Objekt ohne eine leiseste Ahnung zu haben?

  1. Darf ich sie/ihn berühren, wenn es mir selbst dabei gut geht?

Ja und Nein, I guess. Und genau bei dieser Frage fange ich an viele Fragezeichen im Kopf zu haben. Wenn es mein Bedürfnis ist körperliche Nähe zu erfahren, mein Bedürfnis stille, ist es dann okay eben jemand anderen zu berühren? Weil ist ja mein Bedürfnis, Bedürfnisse sollen doch wahrgenommen werden?

Nein. Denn wenn ‚der Andere’ es nicht will oder es ihm im Gegensatz zur Ich- Person nicht guttut, dann soll man es unterlassen. Oder sehe ich das zu streng und bin einfach nur vernarbt und nicht objektiv, wegen meiner negativen Erfahrungen?

  1. Ist es okay, sich berühren zu lassen, wenn man es nicht mag, aber es dem anderen zu Liebe macht?

Ich weiß es nicht, ich stehe da vor einer Wand, weil ich in eine Sachgasse gefahren bin.

Ich erfahre mich selbst in solchen Situationen und dabei spielt es keine Rolle wer es ist, wo es ist oder wann es ist. Manchmal würde ich die Körperstelle, wo ich berührt wurde am Liebsten abkratzen und abwaschen. In anderen Momenten wünsche ich mir, dass es nie aufhört. Und ja, es ist egal bei wem es ist- ich möchte hier nicht gegen Männer hetzen. Bestes Beispiel ist meine Mutter. Ich kann mich daran erinnern, dass ich vor zwei Jahren bei ihr war, mir ging es dreckig und ich habe mich in ihrem Schoß gebuddelt, wollte die Nähe nie wieder missen. Und ein anderes Mal wollte sie mich massieren und alle Härchen am Körper standen, ich habe mich so unfassbar unwohl und befleckt gefühlt, dass ich gern in Grund und Boden versunken wäre- am Besten in die Hölle.

Warum Hölle?

Weil ich die meiste Zeit davon überzeugt bin, dass ich die Schuld trage. Ich bin schuld an den Berührungen, weil ich sie provoziere und mit meinem Blick einen Freifahrtschein gebe. Ich bin schuld an der Vergewaltigung und an …

okay, jetzt kommen mir die Tränen.

bye.

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4 Antworten auf „#8 PTBS Berührungen und die Schuldfrage.

      1. Danke für die Erläuterung. Da hab ich wohl zu viel dekontextualisiert.

        Das Totstellen ist im Tierreich sehr alt, neben Flucht und Angriff. Ich könnte mir vorstellen, das Wiedererinnern im Moment der Berührung ist so starker Stress, dass das Gehirn nur archetypische Reflexe ausüben kann. Ziel ist es wohl die Verknüpfung Berührung = Gewalt zu kappen. Aber vermutlich weißt du das alles in der Theorie selbst…

        Gefällt 1 Person

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