Tinder #2

Ein weiterer Tinder- Beitrag, aber diesmal ohne die Trauma vibes. 

Im vorhergehenden Artikel über Tinder schrieb ich, dass es nicht rein negativ sei und ich weiß auch irgendwie ein Stückchen mehr warum.

Es ist verdammt einfach. Ja, die Menschen machen es sich einfacher. Statt im eigenen Supermarkt zwischen Studentenfutter und getrocknetem Obst jemanden anzusprechen, kann man es bei Tinder bequem im Bett, in der Bahn, beim Abendbrot oder schlichtweg zum Zeitvertreiben machen. 

Wie ich die App nutzte? Meist, wenn ich einfach kurz daran dachte, ich eine Benachrichtigung bekam oder wie gesagt, wenn ich leer im Bett lag. Bisschen auch links, mal nach rechts. Links, links, links, rechts. Simple. 

Ich hatte ja auch keine Erwartung. Ich wollte weder neue Freunde, Liebhaber noch die große Liebe. Ich wollte wissen, was die App mit den Menschen macht und wie es sich anfühlt. Meine Neugier will gestillt werden.

Und dann kam plötzlich die Flut an Nachrichten. Eigentlich waren es gar nicht so viele, weil ich nicht sehr oft nach Rechts wischte, aber ich fühlte mich prompt unter Druck gesetzt. Jeder hat eine Antwort verdient und ich wollte antworten, aber irgendwie fehlte mir die Überzeugung, der Sinn und die Zeit. Wohin sollte das führen? Danach mal kurz treffen, merken, dass es nicht so übel oder sehr sehr übel ist und dann geht man schleifend nach Hause und widmet sich wieder den vertrauten Menschen oder Zimmerpflanzen?!

Ich war überrascht, dass es scheinbar doch Menschen gab, die nicht nur Sex wollen. Es gab irgendwie alles und jeden, so verdammt viele Menschen.

Tinder bietet eine wahre Vielfalt. Diese Stadt bietet eine wahre Vielfalt.

Warum noch so eine App nutzen? Vielleicht dient sie auch teilweise als reine Ablenkung von der Realität. Die App wird geöffnet und man sieht eine Person beziehungsweise ein Foto, swipen, Foto, swipen,… Das ist wie ein Spiel, fesselt die schweren Gedanken und man fühlt sich vielleicht ein wenig befreit und voller Tatendrang, immerhin gibt es sehr viele sportliche Menschen bei Tinder. 

Spornt es an? Pusht es das Ego?
Ja, klar und das ist auch okay so.

Und wie ich auch bemerkte, kann Tinder als Gemeinschaftsspiel dienen, was ich auch gar nicht so übel finde, wobei es schon ein mulmiges Gefühl in mir auslöst, zu wissen, dass die Menschen beziehungsweise Accounts als Spielfiguren benutzt werden.

Ich habe so gesehen keine Lust mehr auf diese App, weil sie mich stresst und ich das Bedürfnis habe, allem gerecht zu werden, aber dies nunmal nicht schaffe.

Ja, Tinder ist eine Flirt- und Datingapp. Aber Tinder macht auch Spaß und kann Menschen zusammenbringen, die sich vielleicht sonst nicht trauen würden, sich ein wenig einsam fühlen oder Lust auf etwas Neues haben.

Man kann es sehen, wie man mag- ich würde auf jeden Fall niemanden verurteilen, der diese App nutzt, oder nicht nutzt. 

Its ok. 

Zum ersten Tinder- Beitrag: #9 PTBS Tinder, der Sex- Finder?

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