Etwas Unfertiges

*einatmen

*ausatmen

Sitzen, ich möchte einfach nur sitzen und mein Körper will vor innerer Wärme schwitzen. Alles muss raus, alles und auf einmal. Jede Pore des Körpers öffnet sich und befreit sich.

Kein Atmen mehr. Sondern nur noch das Schwitzen und Zittern. Zittern, weil es urplötzlich kalt wird. Der Körper zittert und bebt. Beben, weil das Herz zu schnell schlägt. Man kann es auf dem Brustkorb sehen- dort macht es düdümm, düdümm, düdümm.

Und die Hände zittern immer noch, dein Körper schwitzt und dir ist kalt. Eisigkalt.

Und alles in dir bricht zusammen und aus dir heraus.

Der Schweiß und die Bewegung und die Tränen aus deinen Augen.

Du fängst wahrlich an zu glauben, dass sich so das Ende anfühlt.

Und dann, Kopf nach vorne und Kopf nach hinten. Einatmen und Ausatmen. Du fängst an mit Lachen und die Tränen kommen gleichzeitig, du zitterst noch und bewegst dich einheitlich. Düdümm, düdümm, düdümm.

Der Kopf glüht, fühlt sich an als würde er schmelzen und vorher gab es einen Knall mit einem anhaltenden Schall, als wäre in dir ein überhitzter Motor und du schaffst es nicht ihn von eigener Kraft herunter zu kühlen.

Du bist Schuld.

Ich bin Schuld.

Und während Schuld nur eine Illusion jedes Menschen ist, ist meine Schuld wahrheitsgemäß.

Jeder deiner Fehler macht die Schönheit schöner und jedes deiner gesprochenen Worte macht meine Haut dünner.

Ich sehe dich an und habe keinen Schimmer, was du mir angetan hast. Ich war und bleibe geblendet von deiner Schönheit, Weisheit und Ehrlichkeit. Du warst bei mir, ich bei dir und jetzt liegst nicht du neben mir auf diesen Wiesen, sondern das Gefühl im Körper zu schwitzen und zu zerfließen. Da liegt die Angst und Panik mit Tränen aus feinem Staub und meinem Lachen, welches nur so leise raschelt wie herbstliches Laub.

Ich gehe einen Schritt auf jemanden zu, warte in Ruh und schaue dabei zu, wie mein Herz wieder zu sehen ist. Düdümm, düdümm, düdümm.

Doch das geschieht aus Zuneigung. Meine Bewegung ist zwar unberührt, aber sie wird geleitet und ihr wird gezeigt, wie man spürt.

Du bist Schuld.

Ich bin Schuld.

Und während Schuld nur eine Illusion jedes Menschen ist, ist meine Schuld wahrheitsgemäß.

Ich sage ja und in meinem Kopf ist eine Verneinung, nicht wegen der weiblichen Meinung- das nennt man Sexismus, sondern wegen meinem dämlichen Kopf. Denn durch das so häufige fühlen am Ende zu sein, wenn Kopf und Körper schreit: nein! Wenn die Gedanken durch geblasen werden, dein Mund offen steht und keine Worte findet zum sagen, die Tränen nicht mehr zurückgehalten werden können und deine Sicht beginnt zu schwimmen.

Durch diese Situationen bleibt Vertrauen als Ding unter Millionen verschwunden.

Ich kann das nicht. Nicht mit mir, nicht dir, nicht irgendwem, denn am Ende ist das Ende wieder so nah wie noch nie. Auf einer der Wiesen, wo ich lag, auf einer der Betten, wo ich erschrak, bei einer Person, die mich mag.

Es ist egal, verdammt es ist egal, denn der Körper fragt nicht nach. Es kommt einfach heraus. Alles muss raus, alles und auf einmal.

Du bist Schuld.

Ich bin Schuld.

Und während Schuld nur eine Illusion jedes Menschen ist, ist meine Schuld wahrheitsgemäß.

Ich sitze umzingelt von deinen Gefährten, die sich nicht gegen dich währten und ich verstehe keines deiner Wörter, selbst wenn ich sie in meinem Kopf als Text erörter’. Du bist mir so unfassbar fremd und warst mir so unfassbar nah.

Und wenn mein Blick dich sah, fing es wieder an zu Beben, zu Zittern, zu Schwitzen und zu Erstarren vor Kälte, die in uns beiden innewohnt.

Kein Schritt mehr, ich will mich setzen, mich legen und verlegen weinen, wimmern und schreien. Mir wird nicht schwarz vor Augen, es ist alles weiß. Blinzeln, doch es ist als würde direkten Licht auf mir landen und mich bannen in die Ecke. Ein Schlusslicht. Versperrte Sicht. Ich rege mich nicht.

Du bist so schön. Ich halte dich fest, nimm mich in den Arm bis mich die Angst verlässt.

Halte mich fester und drehe das Licht stärker auf, mache es danach aus und lasse mich liegen und mich das restliche Leben versieben.

Du bist Schuld.

Ich bin Schuld.

Und während Schuld nur eine Illusion jedes Menschen ist, ist meine Schuld wahrheitsgemäß.

Was kommt da noch auf mich zu? Gibt das Pech irgendwann zu, dass es mich heimsucht? Brauche ich Angst zu haben oder sind die Attacken auf Grundlage der Geschehnisse unbegründet?

Und wenn jegliche Angst irgendwann eintreten wird, dann strebe ich an, angstfrei zu leben, was aber nie passieren wird. Und so muss ich davon ausgehen, dass das Leben immer mal wieder die Farbe verliert, mir weißes Licht in die Augen scheint und mein Kopf regelmäßig anfängt zu Schreien.

Und wenn auch Angst nur Illusion ist und meine innerliche Alarmanlage das Falsche vertritt, so frage ich mich ganz ehrlich, wie es weitergehen wird.

Ich wiederhole mich und sage, du bist schön. Aber Schönheit ist nicht alles, wenn sie nur scheint, aber wegzuwischen ist. Und jedes meiner Male, wenn ich Mundwinkel nach oben ziehe und strahle, dann, weil ich es in dem Moment wahrlich so meine, aber in meinem Kopf heimlich weine. Ich wollte nie lügen, das tue ich auch nicht, ich habe nur eine geblendete, verstreute Sicht. Und das ist keine Entschuldigung, es ist keine Schuld- denn ich hatte nicht diese Ungeduld, sondern er hatte sie und spielte damit ein Spiel.

Jetzt spiele ich mit, mit meinem restlichen Leben, mit meinem unaufhörlichen Streben nach dem Guten und meinem Kakao in der einen und der Kippe in der anderen Hand.

Ich weiß, dass die Attacken mich heimsuchen werden, aber sie werden mich auch stärken und ich werde alle beherbergen, solange bis du nur Staub für mich bist und ich sorgenlos spaziere durch herbstliches Laub.

Du bist nicht Schuld.

Ich bin nicht Schuld.

Und während Schuld nur eine Illusion jedes Menschen ist, ist mein Sein wahrheitsgemäß.

Und ich habe keinen Bock mehr auf Schmerzen und Leid als Empfindung, wegen dieser filmreife Erfahrung. Ich habe keinen Bock mehr stumpfsinnig und nicht naiv durch die Welt zu schlendern, weil ich nunmal emotional und naiv bin- ohne diesem Bad- guy- Sinn und Radar, der anschlägt und in mir Angst ausschlägt. Und ich habe keinen Bock mehr darauf zu achten, was ich esse und wie ich aussehe, weil ich Schlaghosen liebe und zu faul bin, um gegen Cellulite anzukämpfen.

5 Antworten auf „Etwas Unfertiges

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