Hoffnung in Venen

Ich habe keine Angst, aber ich habe Respekt und es würde meinen gesamten Mindset umwirbeln, wenn ich gleich zum Arzt gehe und er mir ein ‚Positiv‘ entgegenwirft. 

Bin ich bereit?
Ich sitze an meinem Schreibtisch, mein Schlafshirt von meinem Bruder aus NYC an, neben mir frischer und heißer Kaffee, melancholische Lieder strömen aus Plastik. 

Ich sitze ganz ruhig und tippe, möchte eigentlich schreiben, dass ich keine Angst in der Angst habe. Als ich mir letzte Woche Blut abnehmen ließ, hatte ich einen kurzen Sinneswandel. Ich scherzte mit meiner Freundin und wir fragten uns, was wir noch in unserem Leben machen würden, wenn der Test positiv ausfällt. Leben, als wäre es der letzte Tag. Was einst ein Zitat war, wurde vor unseren Augen und in unseren Köpfen plötzlich real. 

Im Nachhinein wissen wir, dass wir die benannten Dinge auch jetzt und hier machen können, egal wie das Blut aussieht und das bringt uns Lebenslust.

Man könnte sagen, wir wären davon überzeugt, dass wir jetzt an der Reihe sind, um Glück zu verspüren und auf die Kacke zu hauen. 

Und obwohl mir ein ‚Negativ‘ lieber wäre, wäre mir ein ‚Positiv‘ auch irgendwie egal. Am Ende müssen wir eh alle mal verschwinden, hier sind eh zu viele von uns, den Planetenzerstörern, auf der Erde. 

Ich bin aufgeregt. Mein Bauch behütet keine Schmetterlinge, sondern Steine, die unter der Meeresflut herumrollen. 

Was würde ich denn machen, wenn der Test positiv ausfällt? Mir viel als Erstes das Leben nach dem Motto „als wäre es dein letzter Tag“ ein. Und viel mehr steckt dahinter, dass es mir wahrscheinlich einfacher fallen würde psychische Erkrankungen und Macken fallen zu lassen. Einfach einen Scheiß auf Kalorien geben und machen, worauf ich Bock habe, ohne dabei dem Egoismus zu verfallen. Ich würde das Studium hinschmeißen, Bücher veröffentlichen und mit Musik in den Ohren durch Städte und über Brücken rennen- weil das Spaß macht. 

Ich würde mich bei meinen Eltern für alle Unannehmlichkeiten entschuldigen und meine Freunde mit allen Kräften, die ich besitze unterstützen. Ich würde alles, was ich habe meinem inner circle weitergeben. Das klingt alles wie im Film, aber so fühlt es sich irgendwie nicht an. Was würde ich noch machen? Ich würde dem Mann, den ich das zu verdanken habe gegenüber treten, ein letztes Mal. Ich würde mit meiner Freundin tanzen und singen, bis mein Körper versagt und alle Bubu’s der Welt gern umarmen und ihnen sagen, wie lieb ich sie habe. 

Fuck, ich habe so viel Liebe in mir und komme mir selbst dabei dumm vor.

Und lets face it, das alles kann ich auch ohne Bluttest machen. 

Wenn man etwas erreichen möchte, Ziele verfolgt, dann braucht es Akzeptanz, Achtsamkeit und Bewegung. Aber, wenn man sich diese Ziele als Treppenstufen vorstellt, kommt als Erstes die eigene Einstellung dem gegenüber. Man muss es also erstmal wirklich wollen.

Was hält uns also davon ab, woraus bestehen unsere Hemmungen und sind sie denn gerechtfertigt? 

Wir sollten uns öfter fragen, was unser Wille ist und was wir erreichen wollen. Wenn wir dann eine Auswahl von Dingen haben, ist die Frage nach den eigenen Werten und Prioritäten an der Reihe. 

Jetzt frage ich euch. 

Was ist euch wichtig?

Was wollt ihr erreichen?
Wo liegen eure Prioritäten? 

Ich bin erfolgreich vom Thema abgekommen. 

Jetzt gieße ich meine Pflanzen und gehe zum Arzt.  

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3 Antworten auf „Hoffnung in Venen

  1. Wenn du so viel Liebe in dir hast, dann gebe ich dir jetzt die Möglichkeit, das, was du da in dir fühlst, in Wissen umzuwandeln, dann brauchst du dir, wegen zunehmender psychosomatischer Gesundung, kein „DUMM-VORKOMMEN“ mehr einhandeln. Doch dieses wahre Wissen ist nicht immer bequem und oftmals sogar etwas extrem.
    Zum Wissen: http://upvs.wordpress.com

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