Ana: kurze Tipps

Letztes Jahr habe ich zur Weihnachtszeit einen Text über die Magersucht hinsichtlich der Feiertage geschrieben.

Dieses Jahr möchte ich wieder darüber schreiben, aber vielmehr für Angehörige, Freunde, Bekannte und Menschen, die helfen möchten.
Ich glaube nämlich, dass es nicht einfach ist in Begleitung eines Menschen zu sein, der Probleme mit dem Essen hat. Und vielleicht kann ich ein paar Ratschläge niederschreiben, die mir bereits halfen.

Meiner Meinung nach ist es wichtig erstmal darüber zu reden, weil jeder bekanntlich unterschiedliche Bedürfnisse und Wünsche hat. Wenn es schwerfällt passende Worte zu finden, dann reicht es wohl auch Achtsamkeit zu bewahren. Das sind Schlagworte, die man vielleicht so oder so im Kopf und Handeln in einer Freundschaft umsetzen sollte.

Für mich ist es ehrlich gesagt auch nicht einfach darüber zu schreiben, weil ich selbst manchmal gar nicht richtig weiß, wie mir geholfen werden kann. Warum? Weil es bei mir zum Beispiel von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag hin und her schwankt, ob ich ‚pro‘ oder ‚anti‘ Essstörung bin. Manchmal sehne ich mich nach Hilfe, weil ich überfordert und kaputt bin und ab und an möchte ich einfach in meinem Himmelsgedankenuniversum bleiben und meine essgestörten Gedanken in die Tat umsetzen, ohne dabei gehindert zu werden. Wenn dann jemand zu mir kommen würde, um über mein Essverhalten zu sprechen, würde ich wahrscheinlich abblocken und ablenken. Es ist also eine Sache des Timings? Ich glaube es wäre auf jeden Fall gut dieses Thema nicht am Essenstisch anzuschneiden. Lieber in einer ruhigen, wohltuenden Atmosphäre zum Beispiel beim Spazierengehen.

Ein weitere Tipp bei jeglichen ernsten Gesprächen ist, keine Vorwürfe und Anklagen zu formulieren. Das kann den Anderen gleich abschrecken und ihn in eine Abwehrhaltung bringen. Am Besten man bringt die eigenen Gefühle zum Ausdruck, zum Beispiel: „Ich mache mir Sorgen und würde dir gern helfen, wenn du möchtest. Ich bin an deiner Seite und dafür brauchst du dich nicht zu schämen, denn das mache ich gern für dich.“

Es kann auch hilfreich sein, wenn man die Entscheidungen zusammen trifft, wenn es zum Beispiel darum geht, wo man essen geht, was man essen möchte und wann. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass essgestörte Menschen Schwierigkeiten beim Entscheiden haben, weil sie diese zwei Seiten in sich tragen (Pro- und Anti- Essstörung).

Es ist wirklich nicht einfach darüber so allgemein zu schreiben, weil jeder so unterschiedlich ist. Was mir hilft, schadet vielleicht jemand Anderes. Aber mit bisschen Empathie, Akzeptanz und Wohlwollen ist man erstmal auf dem richtigen Weg, bei Betroffenen und Angehörigen.

Vielleicht kommen bei euch auch explizite Fragen zum Thema auf, die ich versuchen kann zu klären. Dafür bin ich jeder Zeit offen.

Danke.

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