Mein Tagtraum

Ich habe einen immer wiederkehrenden Tagtraum, seitdem ich ein kleines Kind bin. An sich scheint das nichts Ungewöhnliches sein, aber wenn etwas tief in uns verwurzelt ist und in unseren (Tag-) Träumen zum Vorschein kommt, dann scheint es eine gewisse Wichtigkeit zu haben. Unser Haus, indem ich groß wurde, bestand größtenteils aus Holz und somit habe ich mir ein großes Feuer vorgestellt. Ein Feuer, welches das gesamte Haus niederbrennt und es ist meine Schuld. Ich habe das Feuer nicht gelegt, aber vielleicht habe ich es ohne Absicht ausgelöst.

Doch nun wäre es an der Zeit aus meinem Zimmers flüchten, damit ich nicht ersticke. Menschen haben schließlich einen Überlebenstrieb. 

Nun die große Frage, die mich seither beschäftigt. Was nehme ich mit und was rette ich?

Als Kind habe ich mir gedacht, dass ich auf jeden Fall unseren Hund mitnehmen würde. Hochheben und über die Balkontür abhauen, das Spektakel draußen beobachten und zusehen, wie alles in Schutt und Asche fällt. Zusätzlich, weil ich gerade am Schlafen war, als das Feuer ausbrach, würde ich mein Kuschelkissen mitnehmen. Einfach, weil es in meiner Kindheit ein treuer Begleiter war. 

Nun, heute lebe ich nicht mehr in diesem Haus und somit hat sich die Location geändert. Was, wenn in meiner jetzigen Wohnung ein Feuer vor meiner Nase entflammt und ich fliehen muss? 

Eines bleibt gleich, mein Kuschelkissen. Ich kann gar nicht so richtig sagen, warum ich genau dieses verdammte Kissen mitnehmen würde, aber es gibt mir vielleicht ein Stück Sicherheit und Wohlbefinden. Einen Hund habe ich nicht in meiner jetzigen Wohnung und somit muss ich wirklich überlegen, was ich retten wollen würde. Vielleicht meine Schriften, vielleicht so ein bisschen Bürokratie- Shit oder doch einfach grundlegend das Hochwertigste. Vielleicht würde ich auch etwas einstecken, einstecken was nicht mir gehört, damit ich anderen Personen wegen meines Ungeschicks nicht mit ein Schlamassel ziehe. 

Neben diesen Gedanken frage ich mich auch irgendwie, warum ich gerade von einem Feuer träume oder schlichtweg darüber nachdenke? Ich schließe daraus, dass ich mich über einen Reset- Knopf freuen würde. Alles löschen und vom Neuen beginnen. Oder aber ich habe Angst vor Verlusten und möchte nichts verlieren, was mir wichtig ist. Schließlich überlege ich, wie ich das, was ich mag, bei mir halten kann, damit ich diese Angst nicht verspüren muss. But honestly, dieses Gefühl hat eine Berechtigung und kommt nicht aus dem Nichts. 

Träume sind schon ziemlich dufte. 

Eine Antwort auf „Mein Tagtraum

  1. Meine Mutter meinte mal, sie hat immer wieder ein Traum in dem sie ertrinkt. Mein Vater hat einen Traum, in dem er auf einem Balkon steht der droht in die Tiefe zu stürzen.
    Das ist glaube Ich beunruhigend aber auch äußerst interessant.

    Ich persönlich würde übrigens meine ersten Stofftiere und ein paar Fotos retten. Der Rest ist irgendwie gesichert und hat wenig emotionalen Wert aber das könnte mir Niemand ersetzen!

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