Klinikgedichte: Gedankenteig

„Bitte, schreit es in meinem Inneren.

Sage mir, dass ich nicht soll.

Ich kann mich an dich erinnern.

Dein Kopf und dein Glas waren voll. 

Ich wollte dich abhalten vom Gehen,

du hast Hund und Sachen gepackt

und ich konnte dich weinen sehen

und dabei bist du in meinen Armen eingesackt.

Ich war für dich da

und du wolltest mich nicht.

Als ich dich weinen sah,

fehlte dir die Sicht.

Ich sollte für euch stark sein,

die Kämpferin zur späten Stunde

und nun liege ich und wein’,

während ich Therapien bekunde.

Ich verteile keine Schuld,

aber es gibt immer einen Grund

und dieser inadäquate Kult

ist für junge Wesen ungesund.

Bitte, schreit es in meinem Inneren.

Zeugt keine Kinder,

ihr würdet es verschlimmern,

wenn ihr keinen Bock auf kleine Welterfinder habt.“

„Es schmerzt, die Gedanken

wie sie mich einnehmen

und wem habe ich es zu verdanken,

meinem erlernten Benehmen.

Meine Gedanken ähneln einem Teig,

der mit einem Gerät durchwurzelt wird.

Da gibt es nicht nur einen Zweig,

sondern viele und vielleicht bin ich verwirrt,

aber lieber zu viele Zweige,

als gar keine.

Und dieser Teig ist nicht einmal süß,

eher bitter, sauer und klebrig.

Man mag mich und tritt mich mit Füß’.

Kann es verstehen, bin unerträglich,

aber nicht schlecht genug,

um für immer Pech und Schmerz zu spüren.

Denn ‚immer‘ und ‚nie‘ sind Unfug,

wie das Teig Umrühren.“

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