Klinikgedicht: Glückswolke

Es ist zu neu, zu schön und zu sonnig

in deiner Nähe tut das Sterben weh,

ich hatte keine Angst davor, so geizig.

Aber heute merke ich, wie ich anders seh.

Mich aufzugeben ist heute leichter

und jeder neue Fehltritt reißt nichts ein,

denn am Boden ist das Aufprallen sanfter.

Ich wünschte mir insgeheim ein gebrochenes Bein,

denn das kann heilen

und wird nicht im Kopf verweilen.

Ich sehe die Wolken über mir schweben,

frage mich ob Glitzer oder Asche fällt.

Könnte ich mich jemals hergeben?

Frage mich, ob dir das Ich wirklich gefällt.

Es ist zu bunt, zu schlau und zu gut,

in deiner Nähe bin ich es Leid,

denn da steckt ein Teufel unter’m Hut

und kleiner weiße Streifen unter’m Kleid.

Für dich brauche ich eine Steigerung,

denn ‚gut‘ und ‚besser‘ reichen nicht.

Gleichzeitig treibt Angst in Beendung

und die Wolken rauben mir die Sicht.

Ich vertraute mir noch nie

und bin nur im Grübeln ein Genie.

Ich sehe die Wolken über mir schweben,

frage mich ob Glitzer oder Asche fällt.

Könnte ich mich jemals hergeben?

Frage mich, ob dir das Ich wirklich gefällt.

Es ist zu ok, zu süß zum Ertragen,

in deiner Nähe verfängt sich mein Blick.

Am Liebsten würde ich aufhören mit Versagen,

aber wie löst man einen Knoten im Strick?

Jede Glückswolke über mir nehme ich auf,

dann vergesse ich mich selbst im Nebeldunst

und die Asche fällt wieder auf mich drauf.

Ist das glückliche Sein eine verborgene Kunst?

Mit trockenen Händen gefangen

und zu viel Gefühl durch die Hölle gegangen.

Ich sehe die Wolken über mir schweben,

frage mich ob Glitzer oder Asche fällt.

Ich würde mich gern wieder tanzend erleben,

weil mir das Schweben im Takt gefällt.

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