Bargeflüster

Ich sitze an der Bar, warte auf den Kellner, bis er mir mein Glas befüllt und ich nicht länger immer tiefer schaue, wie beim Starren zum Himmel hoch zu den Sternen. Ich sitze an der Bar, erinnere mich an mein Fett, welches auf dem Stuhl sitzt, hoffnungslos hoffen, dass der Zusammenbruch nicht kommt, denn zumindest bin ich bis gerade frei entkommen. Versteh’ mich nicht falsch, ich widme mich den Strahlen im Glas, aber wie soll ich das annehmen, wenn alles hinter mir liegt. Ich sitze immer noch und wundere mich still und heimlich, wie ich meinen Weg hier her fand. Der Genuss überfällt mich, jeder Augenkontakt ein köstlicher Geschmack und jedes Lachen ein jauchzendes Erwachen, während der Orient durch mein Gehör braust und mir eine angenehme Bewegung durch den Körper saust. Ich scheine desinteressiert und depressiv, bin ich vielleicht auch, aber viel mehr sitze ich gerade beim Kellner, neben Strahlen und ich genieße wahrlich den Abend. Alles ist gut, mir geht es gut und vor allem kann ich eines gut; abwarten, starren und den Gedanken freien Lauf lassen ohne dabei etwas zu verpassen. Denn ich bin hier, mehr braucht es nicht und die Welt dreht sich für euch weiter, ihr Strahlenkinder. Ihr seid gesegnet mit Wohl und Wert, erinnert euch daran, während euch die Sterne von oben anstrahlen und selbst am kahlen Baum eine kleine Knospe auf euch wartet, für euch gedeiht und Leben einverleibt. Wie einladend können Hocker an einer Bar sein? Wie befreiend kann ein kurzer Austausch zwischen den Strahlen sein?

In solchen Momenten erscheint die Welt mir so klitzeklein, somit lade ich alle Strahlenkinder dazu ein sich ein paar Worte zu schenken und dabei nicht im Denken zu versinken. Löst euch und eure Muster auf, denn Strahlenkinder haben ein Lachen drauf und halten die Augen offen für euch und eure Geschichten, dafür müsst ihr nicht einmal dichten. Ich sitze immer noch an der Bar, warte auf meinem Bruder und mein Blick verfängt sich bei der zitternden Kerze, wie sie zart im Takt des Orients schwingt und nicht nur Raum, sondern auch Herze wärmend erklimmt. Vielleicht erscheint es ungewöhnlich, doch die Bar lädt zum Denken ein und auch solch’ Stunde allein kann hier im Kerzenschein befreiend sein.

 

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