Gedicht

Du gabst mir die Hölle auf Erden und ich sende
dir den Himmel in deine Hände. 
Du hast mich schon immer ohne Sprache verstanden 
und mich sprachlos verlassen.
Bitte schicke mir aus der Hölle ein Zeichen,
dass du im Paradies angekommen bist
und zwinge mich ohne Worte nachzukommen,
um den Schuldgefühlen zu entkommen, dich in 
Sicherheit zu wissen mit einem schlechten Gewissen.
Ich habe jeden Ausbruch überlebt, jede Zeile mehrmals 
gelesen, Nächte weinend wachgelegen und den 
Schmerz als Teil von mir akzeptiert, während 
dein Kopf sich in einer anderen Dimension verliert.
Wäre ich meiner Fähigkeit treu geblieben, will ich 
mir nicht ausmalen, wo sich der Schmerz dann
vermehrt, aber ich hätte Leid vermieden und
an der deiner Wirklichkeit gerieben, bis du aufwachst.
Soll ich zuschauen? Soll ich suchen? Untaten
reiben an meinen Nerven und somit beginne ich 
mich anzufluchen, warum ich dich in Stich gelassen habe
und bin mir bewusst, das war nie meine Aufgabe.
Du hast mich an meine Grenzen gebracht, mich 
inspiriert und in die innerliche Schlacht gezwungen
und du hast es geschafft, dir ist es gelungen in meinem
Kopf zu bleiben, Sinne anzutreiben und Gedicht
zu schreiben; nicht gut, aber mit Mut auf Bühnen
zu stehen, um mit erhobenen Kopf und einer transparenten
Träne nach Hause zu gehen.
Du bist nicht einmal da, du atmest nicht die gleiche Luft
und trotzdem spüre ich deine Anwesenheit, wie sie mich 
bestraft, mein Ego hervorbringt und mein Extrem mit einem 
Mittelweg ringt. Bitte höre auf, was muss ich unternehmen,
damit diese Anspannungen, der Kloß im Hals, Zweifel,
Ängste und Hochmut weggehen?
Was ist die Antwort, wo liegt sie begraben und wo kann 
ich dir meinen Abschied sagen?
Ich verurteile dein Verschwinden nicht, kann dich zu 
sehr verstehen und doch sticht es in meinem Korb,
Becken und Kasten. Nun stehe ich im Wahnsinn deiner
und meiner Gesten, Gedanken, Gefühle und Gedichte.
Sage mir, nein kannst du ja nicht mehr,
schicke mir ein Zeichen, dann bleibt der Kummerkasten leer.

Und trotzdem ist noch nicht alles gesagt,
da bleiben Gedanken unausgesprochen und 
die Gefühle werden nicht unterbrochen,
sie strömen ein und aus, sie haken, hängen, verlieren sich,
sie kommen und gehen, ich kann sie nicht kontrollieren.
Ich kann nicht sagen, warum es so schmerzt,
wie deine Taten im vergangenen Herbst.
So wünschte ich mir mehr deiner Scheiben, gib mir,
was ich nie bekommen habe und zeige mir,
wie ich mich weniger elendig fühle und mich mehr
freue, dass du im Paradies angekommen bist,
statt auf dieser Welt weiterhin zu verkommen.
Ich vermisse das Wissen, dass du da irgendwo bist,
du mich vermisst und du mich anpisst. 
Doch was ist Vermissen, wenn es nur Erinnerungen
sind, die geschwind verblassen und wir sie verändern.



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