Gedicht: Kuschelecke

„Es ist nie ein schönes Gefühl, wenn man aus seiner Kuschelecke vertrieben wird“ – Jojo Moyes aus ‚Mein Herz in zwei Welten‘

Wenn ich mich zerrissen fühle, dann zerreiße ich mich mehr
und gebe Liebe mit meinem Kopf wie eine Katze,
umhülle mich mit spanischer Jacke, lege mein Kissen in die Tatze
und kuschele ganz geheim, fühle mich weniger verloren und leer.
Oftmals wispert es in meinem Kopf: ich will nach Hause,
ohne wirklich zu wissen, ob dies ein Ort, Zustand oder Person ist.
Ohne zu wissen, woher das Sausen kommt und war ich mein Haar zerzause.
Doch anscheinend habe ich dann die Kuschelecke meiner Seele vermisst.
Ich will dich in meine Ecke verführen, dich bekehren
und ich will dieses Gefühl wieder beherbergen,
dieses Romantische, um nichts zu verbergen.
Doch da ist kein natürliches Verlangen, kein inneres Zehren.
Zurück in den Wald, tief durchatmen und im spanischen Gewand
warte ich, starte ich einen Anlauf zur ruhigen Stunde.
Dabei kommt kein Pieps, kein Staunen aus meinem Munde,
obwohl das Atmen der Natur mich so friedlich und ich vergesse mein Kronenkorken- Armband.
Mein erhobener Zeigefinger, zur Stillung, zur Abstumpfung
und mit einem Kissen in der Tatze werde ich stumm.
Ich passe nicht, ich stimme nicht, ich gefalle nicht-
dem steht aber jetzt mehr Reife und Verstand in der Sicht.
Zusammen mit tobenden Blättern und Kuscheleinheit,
fühle ich mich für die oberflächliche Kälte und Groll bereit.
Manchmal schaffe ich es, abschalten und Gedanken schweifen lassen.
Manchmal schaffe ich es, mir Zeit geben und bewusst Kopf frei fegen,
bewusst das Zentrum nicht auf mich, sondern woanders hinlegen.
Ich will mich nicht mehr kümmern, bedrohen lassen und verlassen
in der Kuschelecke auf einen Funken hoffen, der nie kommen wird.
Aus Stahl in Baumwolle umhüllt, in der Natur- wo nichts klirrt.
Emotionale Behinderung, aber immerhin nicht abgeklärt.
Zusammen, nicht einsam und ab und an allein auf zwei Beinen.
In der Kuschelecke gibt es keine krankmachenden Impulse,
dort warte ich hoffnungsvoll auf die nächste Schnulze.

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