Gedicht: Gefesseltes Kind

Denn er liegt da so zufrieden, ob er es ist, das weiß ich nicht.

Vielleicht liegt er schlafend drüben, ohne Hoffnung und Zuversicht.

Doch sein Gesicht, wenn ich es erblicke, scheint fröhlicher, als meines ist.

Obwohl die Brauen breit und buschig eine Falte auf der Stirn zeichnen,

das Böse kann er sichtlich mit Charme im Rausch begleichen.

Und wenn er eines kann, dann das Salz der frischen Wunde reichen.

Ich frage mich wie viel Sinn in einem Menschen, wie ihm liegt.

Das findet er sicher selbst, wenn er nicht aus dem Türrahmen fliegt,

weil er sich wieder als einen Prinz auf einem Schimmel ausgibt.

Denn wenn er eines mit Gewissheit gut kann, sich belohnen.

Dabei vergisst er zwar Gewissen und hat andere betrogen,

aber der Gewinn ist sicher und die letzte Hingabe erlogen.

Seine Spuren hinterlassen immer glühendheiße Narben.

Getränkt in schwarzen Worten, trotz Kleidung in bunter Farben.

Da gibt es kein Happyend bei seinen ausgedachten Sagen.

Glauben schenkt man ihm, denn nicht Liebe macht blind.

Sondern seine Kräfte und Forderungen fesseln das innere Kind.

Am Ende ist man leer und fragt sich, ob auch seine Hoffnung gerinnt.

Ihn überall zu sehen in seiner zweifelsfreien Abwesenheit

ist der schwarze Nebel, der einen selbst im Traum nicht befreit.

Jetzt warte ich, solange bis die Narbe doch noch verheilt.

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