Anti Femi, Anti Lümmel, oder was?

Ich sitze in einem Café und komme mir vor, dass ich in Berlin wohnen würde. Nach einem Espresso und zitatfähigen Zeilen aus Magazinen entschließe ich mich dazu auch meinen Senf abzugeben. Schwer zu übersehen, geht es um den Feminismus.
Ich würde mich selbst als Feministin bezeichnen, aber ich mag Männer und bin nicht linksextrem. Warum das für mich wichtig zu sagen ist?
Ich glaube, dass sich kein Extrem positiv auf sich selbst und das Umfeld auswirkt. Für mich bedeutet Feminismus nicht (nur) für die Rechte der Frauen geradezustehen. Eines der wichtigsten Wörter, meiner Meinung nach, ist die Gleichberechtigung aller Menschen. Das mag utopisch klingen, aber sich hinzusetzen und zu sagen ‚geht nicht, gibts nicht‘ wäre für mich auch keine Option. Warum sollte ich also Männer dafür verteufeln, dass sie öfter in Führungspositionen stehen oder auf Titten und Arsch stehen, statt sich die charakterstarke Frau anzusehen? Jemanden für seine sexuelle Orientierung zu verurteilen, ist genauso blöd wie jemanden vorzuschreiben von was er angezogen und erregt werden soll, egal ob es das gleiche oder andere Geschlecht ist.
Es ist schade, dass Frauen weniger Gehalt im gleichen Job wie Männer bekommen, aber ich glaube selbst dies ist kein Grund den Mann zu hassen. Stattdessen sollte man sich fragen, warum das so ist und dort anknüpfen. Mir wurde oft gesagt, dass Frauen weniger verdienen, weil sie sich nicht trauen nach einer Gehaltserhöhung zu fragen. Vielleicht ist das tatsächlich so, aber von vornherein zu sagen, dass die Frau weniger verdient ist das blöde, weil es dadurch unterschiedliche ‚Startpositionen‘ gibt.
Es gibt so viele mutige, tapfere und selbstbewusste Frauen. Dieses Klischee, dass alle Frauen sanfte, zarte Mäuschen sind, ist überholt. Natürlich gibt es Traditionen, Gewohnheiten, aber man will mir doch nicht wirklich erklären, dass sich trotz Weiterentwicklung der Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, die Frauen stehengeblieben sind und noch wie vor 100 Jahren sind. Und das gilt nicht nur für weibliche Menschen. Das Einzige, was signifikant ist, ist die Biologie und Bio- Chemie. Da gibt es Unterschiede, welche aber nicht begründen, warum es ein ’starkes‘ und ’schwaches‘ Geschlecht geben soll. I guess.
Wenn ich in bestimmten Kreisen sagen würde, dass ich mich als Feministin sehe, würde ich wahrscheinlich böse Blicke kassieren. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich Männer angegriffen fühlen, vielleicht auch verletzt sind und in eine Abwehrhaltung fallen. Das kann ich verstehen, aber das braucht es nicht. Denn Feminismus ist nicht gleich Anti-Mann.
Ist es nicht etwas Gutes, wenn sich Menschen Gedanken um Gleichberechtigung machen- regional oder global, in einem Café oder weltweiten Social Media Plattformen?
Niemand muss sich in Typen zwängen, Rollen einnehmen. Das Einzige, was wir irgendwann alle müssen, ist sterben. Und das wird so oder so irgendwann kommen, also kann man ja geschmeidig miteinander umgehen und das Muss streichen. Das Leben ist zu kurz für Anti- Launen, schlechten Kaffee und Aufregung wegen Geld. Wusstest du, dass man Geld anzünden kann? Ja. Dann ist es weg. Aber Beziehungen, Menschen und das Wohlergehen kann man sich einfach erkaufen und haben einen Mehrwert. Roten Faden verloren. Egal.
Lasst es euch gut gehen, passt auf euch auf und habt euch lieb.

unicef Poetry Slam zum Welt- Mädchentag

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