Rückblick 2019

Wenn ich auf die Jahre zurückblicke, erscheinen mir alle sehr voll, mit vielen Schwankungen und selten monoton.
Das Jahr 2019 brachte die verschiedensten Veränderungen mit sich. Mit meinem Weg zur stationären Behandlung erfuhr ich eine weitere Diagnose, was dann Fokus der Therapie wurde. Nebenbei änderte ich meinen Berufs- und Karriereweg, veröffentlichte eine Autobiografie und führ(t)e (neue) Beziehungen mit inspirierenden Menschen. Ich fühle mich von dem Jahr überrumpelt. Aber kommen wir zu altbekannten Fragen.


Wann war ich in diesem Jahr glücklich?
Da ich gerade ein wenig rückfällig geworden bin, lässt sich die Frage schwer beantworten, weil ich in solchen schwierigen Phasen nur das Negative sehe. Aber ich weiß, dass ich glücklich war! Ich war glücklich, als ich mit einem Freund durch Wälder lief, ohne zu wissen, wo es hingeht. Als ich mit einem Freund Abende mit Dauergrinsen verbrachte. Als ich neue Bücher laß und erneut in Spanien wie vor zwei Jahren war. Irgendwie war ich meines Erachtens oft ganz kurz glücklich.

Wo fand ich auf der Erde meinen Platz?

Eindeutig muss ich Maro, Spanien, wieder erwähnen. Dieser Ort hat sich tief in mir verankert.
Das ist zwar kein richtiger Ort, aber ich fühlte mich vermehrt in Situationen und bei Personen Zuhause.

Welche Menschen habe ich zum Lachen gebracht und wer gab mir ein gutes Gefühl? 

Ich frage mich immer noch, warum ich diese Frage damals ausgewählt habe. Letztendlich weiß ich nicht, wem ich guttue, wem ich zum Lachen bringe. Mir wurde in diesem Jahr von vielen der Rücken gestärkt, sei es Familie, Kollegen oder Freunde. Dafür bin ich bis heute dankbar.

An was möchte ich festhalten, was gefällt mir? 

Trotz dem Arbeitsalltag möchte ich beim Kreativen bleiben. Mir ist bewusst, dass das ein wenig vernachlässigt wurde. Aber die nächsten Auftritte und Projekte werden folgen. In der zweiten Hälfte des Jahres begann ich mit (fast) regelmäßigem Yoga. Ich halte nichts vom Mainstream, der mir einredet, dass Yoga die Lösung für alle Probleme ist, aber diese Art der Bewegungen in Kombi mit der Atmung half mir bezüglich der Essstörung sehr. Außerdem bin ich vermehrt zu kulturellen, literarischen, musikalischen Veranstaltungen gegangen, was ich beibehalten möchte.

Und was möchte ich vielleicht auf einer Feder sachte wegpusten und lieb verlassen?

Mich selbst.

Welches neue Wissen hat sich in mir verankert und gefestigt?

Sehr viel über die Borderline Persönlichkeitsstörung, Bücher und andere Menschen.
Dass es nichts bringt, wenn ich aus Selbstschutz kalt wie ein Stein bleibe.

Haben sich neue Ziele angesammelt und welche habe ich bereits erreicht?

Okay, ich schaue mal nach, ob ich meine Ziele vom letzten Jahr erreicht habe.
Nein. Aber das ist okay. Ich habe es geschafft mein Buch zu veröffentlichen und ich habe durch die nun beendete Therapie sehr viel über Selbstwert gelernt. Das Problem ist, dass ich die gesamte Theorie nicht sofort schaffe umzusetzen und ich fühle mich unter Druck gesetzt, dass ich im Nu genesen muss und wie ein kunterbunter Flummi durch die Gegend zu springen habe. Aber ich will nicht zu kritisch sein. Ich hatte unfassbar tolle Poetry Slam Auftritte- nicht nur auf der Bühne, wie man es kennt, sondern auch bei Privatveranstaltungen, einem Stadtteilfest und folglich meine erste mini Lesung.
Da ich jetzt gute Grundbausteine habe, ist es mein Ziel im kommenden Jahr mehr Skills anzuwenden, Krisen frühzeitig zu erkennen und ganz weit oben steht für mich, dass ich die Zeit mit meinen Freunden und Familien mehr in den Fokus stellen möchte. Ich habe es geschafft meine Stimmungsschwankungen in den Griff zu bekommen, reflektiert auf Sachen zurückzublicken und ich hoffe, dass ich es hinbekomme auch irgendwie positiv auf mich selbst zu schauen. Vielleicht nicht gleich im Januar, …

Wer bin ich, wo stehe ich und wo möchte ich hin?

Momentan bin ich einfach nur Mensch und das muss als Antwort reichen. Ich habe richtig viel Lust auf die neuen Projekte, Abenteuer und Herausforderungen, aber zugleich weiß ich aus meinem jetzigen Standpunkt, dass das kommende Jahr hart wird. But I’m ready.

Zum Schluss möchte ich Danke sagen. Ich hatte die beste Therapeutin, da werde ich glatt pathetisch. Außerdem waren viele wundervolle Stunden in den letzten paar Monaten dabei, die mich wissen lassen haben, dass die Welt und das Leben doch gar nicht mal so blöd sind. Ich hoffe wirklich, dass jeder, Du auch, mindestens mit einem halben Grinsen in Richtung 2020 blicken kann.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s