Grapschen? Nein, danke.

Es gibt Menschen auf Partys, die wollen nur im Takt wippen, Getränke zu sich nehmen, sich sozialisieren und die dementsprechend gute Musik genießen. Wenn ich ausgehe, dann sind das die Gründe für eine lange Nacht in einer Disco, oder wie auch immer man heutzutage diese ‚Schuppen‘ nennt. Ich mache mich Zuhause bereit und ziehe mich passend an, sodass es nicht zu kalt oder warm ist, ich mich wohl fühle und nach der Party keine ganze Stunde brauche, bis ich mich aus den Klamotten geschält habe, um ins Bett zu fallen. Es sollte letztendlich praktisch sein und mir gefallen. Klingt logisch, oder?
Als ich gestern nach einem Vortrag zur Party ging, sah ich also mit meiner Blumenjacke und restlichen schwarzen Kleidungsstücken aus wie immer, freute mich auf den Abend und irgendwie war ich tiefenentspannt, trotz vieler Menschen auf engen Raum. Dass nicht alle nur zum Tanzen und Freunde treffen in einen Club gehen, ist mir bewusst. Ich persönlich finde es verständlich, dass Menschen bei solchen Örtlichkeiten die Möglichkeit auf etwas Zärtlichkeit nutzen wollen. Doch ein wenig Taktgefühl sollte man bewahren!

Während ich also in der Menge war und tanzte, bemerkte ich wie ein Mann mittleren Alters mir von hinten näher kam. Irgendwann lernte ich mal, dass man keinen Blickkontakt zu Menschen halten sollte, wenn man Desinteresse ausstrahlen möchte. Das versuchte ich nun auch umzusetzen und ignorierte das Anpirschen von dem Mann. Ich wollte auf keinen Fall signalisieren, dass ich Lust auf einen Paartanz oder andere Berührungen habe. Wie gesagt, es gab sicher noch andere Leute um uns herum, die auf charmante Art und Weise dem Mann einen Tanz angeboten hätten, aber ich war in dem Fall keine gute Beute und das sage ich so drastisch, weil er seine Hände nicht bei sich lassen konnte. Mein Freund, der neben mir tanzte, küsste mich und ging kurz fort. Währenddessen kam der Herr immer näher und streifte mich. Ich versuchte erstmal keine Überinterpretation in meinem Kopf anzufangen, weil es schließlich auch eng im Club war. Doch kurz bevor mein Freund wieder neben mir stand, hatte ich eine Hand am Arsch und das war sicher nicht nur ein ‚Streifen‘, ‚Entlangfahren‘ oder im Vorbeilaufen aus Versehen berühren. Das Ding ist, wenn ich 1. offensichtlich willig nach Flirten und zusammen Tanzen gewesen wäre und 2. keinen Freund hätte, wäre das ja unter Umständen akzeptabel, weil es mit 100%iger Wahrscheinlichkeit wirklich Frauen und Männer gibt, die das toll finden und im Club vielleicht auch gern man jemanden mit nach Hause nehmen. Sollen sie machen, ist mir egal. Aber ich finde es absolut asozial, inakzeptabel und befremdlich einfach so jemanden anzugrapschen. Das ist auch nicht das erste Mal, dass mir etwas derartiges passiert. Ich war mal in London auf einer größeren Feier, wo auch ein Typ zu mir kam und mir nach einer Minute die Hand zwischen die Beine steckte. Einfach so, weil ich zum DJ schaute und mich bewegte.

Nachdem ich mich nach der Aktion gestern Abend eklig, schmutzig und wie ein Stück scheiße fühlte und mir selbst die Schuld für solche Verhaltensweisen gab, überlegte ich genauer und fragte mich, warum der Mensch so etwas macht. Ist er einfach einsam? Ist es der Alkoholkonsum? Verstehen sie nicht, dass es auch im öffentlichen Raum Privatsphäre gibt? Kennen sie keine Grenzen?

Wenn die Würde eines jeden Menschen unantastbar ist, wie es in unserem Grundgesetz steht: ja, Leute, dann kann ich . mich aber auch zu Recht über solches Verhalten aufregen und verschwende meine Zeit nicht damit mir Gedanken über die Ursachen und Gründe zu machen.
Apropos, im Jahr 2016 stand zur Debatte, ob das Sexualstrafrecht erneuert werden soll. Das ist jetzt schon eine Weile her, aber ich fand es interessant zu sehen, wie viel Prozent der Leute (1000 Befragte) für eine Verschärfung des Sexualstrafrechts sind.

Statistik: Befürworten Sie die Verschärfung des Sexualstrafrechts bei Vergewaltigung oder sollte es bei der bisherigen Gesetzeslage bleiben? | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Das wars jetzt. Ich hoffe, dass ihr ohne Unannehmlichkeiten durchs Wochenende gekommen seid.

In meinem Buch wird das Thema auch in den Vordergrund gerückt. Link findet ihr hier .

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