Es ist Zeit für mehr Sonnenschein

Als der Monat Januar begann, hatte ich ein ungutes Gefühl und machte mir Sorgen, wie die nächsten Wochen und Monate werden würden. Mittlerweile habe ich sehr viel Sonnenschein in mir und spüre jetzt schon die Frühlingsluft, wie sie um die Nase weht und das Vitamin D von meinem Körper heißgeliebt aufgenommen wird. In den letzten Jahren versuchte ich mich immer mehr am Minimalismus und fand mich selbst in den Gedanken ‚weniger ist mehr‘ wieder. Ich mistete unzählige Male meinen Kleiderschrank aus, verkaufte elektronische Geräte und sortierte regelmäßig meine Dokumente, um stets einen Überblick zu gewähren. Was ich aber weniger beachtete, war meine eigene kleine Bubble, die man nicht sehen kann. Das Prinzip ‚weniger ist mehr‘ stand für mich oft im Zusammenhang mit einem klaren, ‚aufgeräumten‘ Geist, was für mich sehr gut funktionierte. Dies bedeutete nicht Verzicht, sondern bewusste Entscheidungen treffen wie auch bei meiner vegetarischen/ veganen Ernährung. Das Schmerzhafteste war für mich zu erkennen, welcher andere Geist beziehungsweise Mensch in meinem Umfeld positiv für mich ist oder mit wem ich mich wohl fühle, wem ich vertrauen kann und wer sich auf mich verlassen kann. Es ging mir nicht nur darum, wer gut für mich ist, sondern auch wem ich Sonnenschein ins Leben bringen kann. Manche Kontakte ließ ich schleifen und bereue es. Manche Kontakte brach ich ab und schaue mit einem weinenden und zufriedenen Auge zurück. Manche Kontakte nahmen von selbst Abstand zu mir. Das war erst sehr hart für mich, weil ich irgendwo tief in mir drin ein verletztes kleines Kind bin, aber letztendlich kann ich die Umstände mehr und mehr akzeptieren und auch da die Vorteile erkennen. Manchmal mistet das Leben für einen selbst aus. Für mich steht fest, dass ich keine Lästereien mag, keine Menschen, die mich als schwaches Objekt sehen oder sich eine eigene Welt erschaffen und mich als etwas darstellen, was ich in jeglichen Hinsichten nicht bin. Mich muss man nicht mögen und das weiß ich jetzt. Wer die Erwartung hat, dass ein Mensch vollkommen perfekt ist oder sein soll, verstehe ich nicht. Ich muss keinen Sport machen, muss nicht jede private Angelegenheit teilen, mich für Gefühle rechtfertigen oder bei jeder Handlung ein schlechtes Gewissen haben.
Die letzten Wochen gaben mir ein Gefühl der Vertrautheit und ein Stück Optimismus zurück. Obwohl ich mir Sorgen um Menschen mache, sie lieb habe und mich am Liebsten für sie aufopfern würde, komme ich peu à peu zu mir selbst zurück und gestehe mir ein, dass ich keine Kontrolle über das Leben anderer habe, manchmal nicht einmal über mein eigenes. Ich weiß nicht so richtig, was ich aussagen möchte. Vielleicht, dass es okay ist, wenn man weiß, was man will und dies bedeutet weniger zu wollen, als andere. Ich habe Liebe in verschiedensten Formen, sei es Orte, Personen, Aktivitäten. Ich habe Passionen, sei es das Schreiben, das Tanzen, das Lesen, die Neugierde oder das Planen. Wenn ich es schaffe nach jedem verlorenen Freund, nach jedem Niedertreten meines Selbstwertes und nach jeder Dissoziation mich in die Sonne zu stellen, Optimismus und Mut zu tanken, dann kann ich mich nicht beklagen und mich einfach für die Menschen freuen, die jetzt ohne mich weitergehen. So ehrlich bin ich heute zu mir und zu dir, lieber Leser.

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